Chronik

Vereinschronik anlässlich des

 25-jährigen Jubiläums der

Freiwilligen Feuerwehr Bergheim

im Jahre 1978

 

 

Am 11. Februar 1953 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bergheim aus der Taufe gehoben. Die Geburtswehen waren beträchtlich, denn schon im Jahre 1951 scheiterte ein Gründungsversuch. Nachdem man sich aber allgemein über die dringende Notwendigkeit einer Freiwilligen-Wehr einig geworden war, konnte am 11. Februar 1953 die Gründung erfolgen.

 

Von den 91 Gründungsmitgliedern gehörten 1978 noch 54 dem Verein an, 30 Mitglieder waren verzogen, bzw. Verstorben. Ihnen sei an dieser Stelle für ihren Dienst im Verein, besonders aber dafür die Mithilfe anlässlich der Gründung im Jahre 1953 sehr herrlich gedankt.

 

Der Vorstand setzte sich im Gründungsjahr wie folgt zusammen:

 

1. Ortsbrandmeister                    Hans Dittmann

2. stellv. Ortsbrandmeister            Heinrich Wenzel

3. Gruppenführer                       Wilhelm Lotz
Gruppenführer                       Walter Emrich
Gruppenführer                       Willi Emrich

4. Gerätewart                          Walter Lotz

5. Rechner u. Schriftführer            Otto Dietz

 

 

Neben vielen anderen Arbeiten musste der gewählte Vorstand auch eine Satzung ausarbeiten. Mit Beschluss vom 10.02.1954 wurde diese erste Satzung von der Gemeindevertretung Bergheim genehmigt.

Zur Brandbekämpfung standen außer einer kleinen und großen Handfeuerspritze noch die Hydranten der örtlichen Wasser­leitung zur Verfügung. Außerdem wurde von der früher beste­henden Pflicht-Feuerwehr eine TS 8 – Breuer (Kriegsproduktion) übernommen. Mit großem Fleiß wurde an den Geräten geübt und der Ausbildungsstand war entsprechend gut. Die vorhandenen Prüfungsberichte des damaligen Kreisbrandinspektors Klein bestätigen diese Feststellung. So erschien im Kreis-Anzeige vom 03.09.1958 folgender Bericht über die Bergheimer Wehr und das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Bergheim:

 

Vorbildliche Leistung für Feuerwehr Bergheim.

 

Nachdem in der Gemeinde Bergheim im Jahre 1956 drei ordnungs-gemäße Staustellen in der Bleiche geschaffen wurden, sind im Haushaltsjahr 1957/58 sämtliche Hydranten erneuert und die Hydranten in den Hauptstraßen in Schächte eingebaut worden, so dass Schäden an den Hydranten ohne Aufbruch behoben werden können. Es kann auch keinerlei Verschmutzung der Hydranten eintreten, so dass sie immer voll einsatzfähig sind. Diese Arbeiten kosteten die kleine Gemeinde 4.680,-- DM, wozu sie einen entsprechenden Zuschuss aus Mitteln der Feuerschutzsteuer erhielt.

 

Bei Beginn dieses Geschäftsjahres wurde die Freiwillige Feuerwehr von der Gemeinde vollständig neu eingekleidet. Nach der Währungsreform wurde ein neues Gerätehaus erbaut, Schlauchmaterial neu beschafft und vieles andere. Es sind dies Leistungen, die als vorbildlich bezeichnet werden können. Bei der diesjährigen Inspektion würdigte Kreisbrandinspektor Klein diese Leistungen und sprach dem Bürgermeister und den Gemeindevertretern Dank und Anerkennung aus.

 

Die Alarmierung der Wehr erfolgte zu den Übungsstunden grundsätzlich mit Hornsignal, nur im Brandfall wurden zusätzlich die Kirchenglocken geläutet.

 

In den Jahren 1954 bis 1958 wurde die Ausrüstung beträchtlich verbessert, d. h. es wurden Uniformen sowie B- und C-Schläuche angeschafft. Eine weitere wesentliche Verbesserung schuf man durch das Einfassen der Hydranten in Schächten. In die gleiche Zeit fällt auch die Errichtung von 3 Staustufen in der Bleiche, da der Wasservorrat in den Sommermonaten schon immer sehr zu wünschen ließ. Für den gleichen Zweck wurden 3 alte Brunnen hergerichtet. Es handelte sich um den ehemaligen öffentlichen Brunnen beim Anwesen Niedenthal, In der Burg, dem Gemeindebrunnen an der Kirche, sowie dem öffentlichen Brunnen bei den Anwesen Dittmann/Mann. Alle Brunnen werden von der Wehr heute noch zu Übungszwecken benutzt.

 

Die Leistungen der Wehr bei verschiedenen Einsätzen muss man sehr hoch einstufen. Bedingt durch die Tallage Bergheims kam es in der Vergangenheit immer wieder zu starken Überflutungen bei Unwettern. So auch in den Jahren 1962, 1968 und letztmalig am 03.11.1977.

 

Bei allen diesen Einsätzen mussten die Straßen von Schutt und Schlamm gereinigt und viele Keller ausgepumpt werden. Aus vielen kleinen Einsätzen der Wehr muss noch besonders der Einsatz am 21.02.1967, bekannt als eine Sturmnacht, hervor-gehoben werden. Die Usenborner Straße war von umgestürzten Bäumen blockiert. Dem schnellen Einsatz der Wehr war es zu verdanken, dass die Straße bis zum Morgengrauen wieder befahren werden konnte.

 

Eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes innerhalb Bergheims erfolgte am 30.08.1961 durch die jetzt noch in Diensten stehende Motorspritze TS 8/8VW und eines VW-Busses im Jahre 1962, den Schmiedemeister Karl Bingel so umbaute, dass genannte Spritze damit transportiert werden konnte.

Die Errichtung einer größeren Staustelle an der Trafo-Station war die letzte größere Mühe, Wasserreserven für den Brandfall zu schaffen.

Im Zusammenschlussvertrag mit der Stadt Ortenberg war 1971 auch der Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges einbezogen worden. Am 06.11.1977 konnte die Wehr dieses Fahrzeug in Empfang nehmen. Zwischenzeitlich war die Wehr sehr schlecht beweglich, denn der 1962 gekaufte VW-Bus musste verschrottet werden. Den ortsansässigen Landwirten war es zu verdanken, dass einige Jahre die Spritzen mit Traktoren zu den Einsatzorten gefahren werden konnten.

An dieser Stelle muss auch einmal erwähnt werden, dass bei allen möglichen Anlässen wie Generalversammlungen, Familienabenden und Übungseinsätzen die Geselligkeit nie zu kurz kam und stets gute Kameradschaft innerhalb der Wehr herrschte.

 

Das im Jahr 1949 erbaute Feuerwehrgerätehaus in der Dorfmitte ist verkehrsmäßig nicht gerade ideal gelegen. Es ist der Wunsch der Feuerwehr und der Bergheimer Einwohnerschaft, dass durch den Bau eines neuen Gerätehauses an besser gelegener Stelle bald Abhilfe geschaffen wird.

Seit 1974 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bergheim von Günter Schädel geführt und nahm unter seiner Leitung einen beachtlichen Aufschwung. Diese Aufwärtsentwicklung ist in erster Linie dem Umstand zuzuschreiben, dass viele junge Leute in der Wehr aktiv wurden.

 

Als am 04.05.1977 im Anwesen des Walter Emrich ein Brand ausbrach, war es mit den Nachbarwehren möglich, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf Wohnhäuser zu verhindern.

Auch beim Waldbrand im Gemarkungsteil “Betten” am 19. Mai 1977 war es der Umsicht der Wehr in Verbindung mit Nachbarschafts-wehren zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstehen konnte.

Einen weiteren größeren Einsatz hatte die Wehr am 03.11.1977 zu bestehen, als infolge eines Unwetters fast die gesamten Ortsstraßen überschwemmt wurden. Auch hier war es dem vorbildlichen Einsatz der Feuerwehrleute zu verdanken, dass bald Abhilfe geschaffen war.

 

Alle Einsätze standen unausgesprochen unter dem Leitspruch der Feuerwehr:

“Einer für alle, alle für einen”

Der Bergheimer Freiwilligen Feuerwehr aber rufen wir im Jubiläumsjahr ein herzliches “Glück auf” für die Zukunft zu.

Banner der FFW Bergheim