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Für die Nachwuchswerbung legt sich Jugendfeuerwehr beim Grundschultag mächtig ins Zeug

 

01.04.2011 - ORTENBERG

 

(dör). Kleine grüne Feuerwehrdrachen in über 100 Exemplaren standen für ebenso viele Ortenberger und Glauburger Grundschüler am Ende eines lehrreichen Vormittags, den sie jetzt im gemeinsamen Feuerwehrhaus der Stadt in Ortenberg erleben konnten. Voller Vorfreude waren sie aus allen Himmelsrichtungen angekommen und lernten mit Begeisterung eine ganze Menge über das Thema „Feuerwehr“, das nicht nur die klassische Brandbekämpfung beinhaltet.

 

Schon am Morgen zeigten auch eine ganze Reihe prominenter Erwachsener, dass sie diese Veranstaltung, die in diesem Jahr bereits ihre siebte Auflage erfuhr, für wichtig halten. Stadtjugendfeuerwehrwart Markus Bäckel begrüßte die Landtagsabgeordneten Klaus Dietz und Lisa Gnadl, Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring, Ehrenstadtrat und Ehrenmitglied der Ortenberger Jugendfeuerwehr, Willi Misar, Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann und Stadtbrandinspektor Lars Henrich sowie Volker Müller, Sicherheitsbeauftragter der OVAG, die den Grundschultag mit einer Spende unterstützt hatte. Von der Keltenbergschule in Stockheim und der Maria-Sibylla-Merian-Schule in Ortenberg waren die Schulleiter Eberhard Bühler und Ute Arendt-Söhngen mit den jeweiligen Klassenlehrern vor Ort.

 

Didaktisch geschickt wurden die Klassen durch die einzelnen Stationen geschleust, die von Markus Bäckels Team und insgesamt 38 Helfern aus den verschiedenen Wehren schon am frühen Morgen in und um das Feuerwehrhaus aufgebaut worden waren. So konnten die Kinder bei Patrick Graf (Eckartsborn) ausprobieren, wie sich so ein Feuerwehrschlauch beim Wasserspritzen verhält, und unter der Anleitung von Björn Sattler-Liebegott (Bleichenbach) erfuhren die Schüler alles über die motorbetriebenen Geräte, mit denen die Feuerwehrleute etwa vollgelaufene Keller auspumpen können. Bei der Station der hydraulischen Rettungsgeräte erklärte Joachim Seipel (Selters), wie die technische Hilfeleistung, etwa nach Autounfällen, funktioniert. Im Haus zeigten Gernold Henrich (Glauberg) und Christoph Weinthäter (Usenborn), was es mit der persönlichen Schutzausrüstung der Feuerwehr, wie Helmen, Westen und Atemschutzgeräten, auf sich hat. Besonders interessant für die Grundschüler war das Schaumlabor, in dem sie mit eigener Lungenkraft aus einer Düse das weiße Löschmaterial herauszaubern konnten. Im letzten Raum gab Dr. Detlev Pantring (Ortenberg) einen theoretischen Überblick zur historischen Entwicklung des Feuerwehrwesens, erklärte die verschiedenen Einsatzbereiche und wie mit Feuer oder Wasser umzugehen ist. Unterstützt von Bildern und kleinen Filmen lernten die jungen Besucher dabei auch, wie man im Fall des Falles einen Notruf richtig absetzt.

 

In der dritten Unterrichtseinheit ging es dann um „Spaß und Fun“, wo beim Sackhüpfen und anderen Geschicklichkeitsspielen ganz nebenbei auch grob- und feinmotorische Fähigkeiten gefördert wurden. Die einzelnen Spielstationen realisierte Dieter Luft (Eckartsborn); sie werden auch bei anderen Veranstaltungen der Ortenberger Feuerwehr eingesetzt.

 

Ein Ziel des jährlichen Grundschultags, erklärte Markus Bäckel, sei die Nachwuchsgewinnung für die Feuerwehren. In den vierten Klassen seien die Schüler alt genug, in die Jugendfeuerwehren ihrer Heimatorte eintreten zu können. Die vergangenen Jahre hätten dabei recht unterschiedliche Ergebnisse gezeitigt. Es habe Jahrgänge mit großer Resonanz auf das Angebot gegeben, aber genauso sei es schon vorgekommen, dass das Engagement zu eher geringen Resultaten im Nachwuchsbereich geführt habe.

 

Wie begeistert und voller Vorfreude die meisten Kinder auf den Grundschultag reagieren, zeigte Bäckel in Form einer Mappe mit Bildern und Gedichten, die von den Schülern der Klasse 4b an der Keltenbergschule gestaltet und dem Jugendfeuerwehrwart übergeben worden war. Und auch die erwachsenen Helfer, die den Tag ermöglichen, legten besonderes Engagement an den Tag. So sponserte die Firma von Feuerwehrmann Joachim Seipel die Getränke, die an diesem Vormittag ausgeschenkt wurden; die Firma Eller übernahm kostenlos die Beförderung der Stockheimer Grundschüler. Besonderes Glück hatten natürlich die Ortenberger Kinder, die mit dem Mannschaftstransportfahrzeug von der Schule abgeholt und zum Feuerwehrhaus gebracht wurden.

 

Ausgestattet mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen, mit je einem Feuerwehrdrachen, Gummibärchen und Kontaktadressen im Gepäck, machten sich die kleinen Feuerwehrfrauen und -männer auf den Heimweg. Die Aktiven der Feuerwehren hoffen jetzt auf Neuzugänge in ihren Jugendabteilungen.

Was die Feuerwehr so alles macht…..

Patrick Graf zeigte, wie ein Feuerwehrschlauch zu handhaben ist. Fotos: Dörschner

Die Funktionsweise einer Motorpumpe erklärte Björn Sattler-Liebegott den Grundschülern aus Ortenberg und Glauburg.