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Fachwerkhaus brennt ab - 250 000 Euro Sachschaden |
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(wk). Am ersten Weihnachtsfeiertag ist in der Lißberger Mühlgasse ein 100 Jahre altes und mehrfach umgebautes dreigeschossiges Fachwerkhaus abgebrannt. Dabei entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von 250 000 Euro. Menschen wurden nicht verletzt. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Es war kurz nach 17.30 Uhr, als eine 41-jährige Bewohnerin in einem Nebenraum im Erdgeschoss ein lautes Knistern aus dem Esszimmer hörte. Als sie den Raum betrat, um nachzusehen, woher das ungewohnte Geräusch kam, musste sie feststellen, dass der Esszimmertisch bereits brannte. Auf dem stand, so die Frau gegenüber der Polizei, ein Adventskranz mit brennenden Kerzen. Vom Kranz haben die Flammen vermutlich auf ein Efeu-Gewächs und dann den restlichen Raum übergegriffen. Umgehend warnte die 41-Jährige ihren 43-jährigen Ehemann und den 21-jährigen Sohn. Alle drei konnten so unverletzt das Gebäude verlassen.
Unterdessen rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus Lißberg und aus dem Stützpunkt Ortenberg nahe Selters aus. Wegen der Hanglage und der engen Bebauung ließ Stadtbrandinspektor Lars Henrich von der Leitstelle in Friedberg die nächsthöhere Alarmstufe auslösen. Schon von Weitem war der rote Feuerschein über dem Ortenberger Stadtteil zu sehen. Die nächste Alarmstufe bedeutete, dass auch die Feuerwehren Gelnhaar, Usenborn und Bleichenbach alarmiert wurden. Außerdem rückten die diensthabende Mannschaft der Drehleiter der Feuerwehr Büdingen, der in Bad Nauheim stationierte Atemschutzgerätewagen und der in Echzell stehende Einsatzleitwagen 2 nach Lißberg aus. Parallel forderte Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann den bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Vilbel stehenden Wechsellader mit dem Versorgungscontainer zur Versorgung der eingesetzten Kräfte mit heißen Getränken an.
Über 80 Feuerwehrleute konnten letztlich trotz ihres schnellen Einsatzes nicht verhindern, dass die Flammen das rund 100 Jahre alte, dreigeschossige Fachwerkhaus zerstörten. Nach etwa zwei Stunden war das Feuer bis auf vereinzelte Brandnester gelöscht. Ortenbergs Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring war ebenfalls vor Ort. Sie musste allerdings nicht für eine Ersatzunterkunft für die vom Feuer betroffene Familie sorgen. Sie kam laut Polizei bis auf Weiteres bei Verwandten unter.
Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude konnte immerhin verhindert werden, da die Einsatzkräfte vom Gelände der Firma Betz aus, das unterhalb des brennenden Wohnhauses liegt, ungehinderten Zugang zur Brandstelle hatten. Außerdem fand sich in diesem Bereich ein Zugang zur Nidder, an dem ohne Probleme ausreichend Löschwasser entnommen werden konnte.
Nach dem Abschluss der Löscharbeiten sperrte die Feuerwehr das Gelände weiträumig ab. Denn: Wegen des massiven Wassereinsatzes und der extremen Kälte besteht Einsturzgefahr.
Trotz ihres schnellen Eingreifens konnten die Feuerwehrleute das 100 Jahre alte Fachwerkhaus nicht retten. Foto: Kunert
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250 000 Euro Schaden nach Feuer in Fachwerkhaus Sonntag, 26. Dezember 2010, 10:10 Uhr
Ortenberg/Gießen (dpa/lhe)- Beim Brand eines rund 100 Jahre alten Fachwerkhauses, ist am Samstagabend im Ortenberger Ortsteil Lißberg (Wetteraukreis) ein Schaden von 250 000 Euro entstanden. Nach Angaben der Polizei standen auf einem Tisch im ersten Obergeschoss Kerzen. Eine Bewohnerin hatte am frühen Abend den Raum kurz verlassen, als sie lautes Knistern hörte. Zu diesem Zeitpunkt standen der Tisch und einige Gebäudeteile bereits in Flammen. Die drei Bewohner des Gebäudes konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Die Einsatzkräfte verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf Nachbarhäuser. |
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„Zeichen der Solidarität und der Hilfsbereitschaft“
28.12.2010 10:22 Uhr - ORTENBERG
(wk). Für Ortenbergs Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring und Ersten Stadtrat Uli Heck steht zwei Tage nach dem Brand eines Fachwerkhauses in Lißberg fest: „Die Reaktion danach war ein erneutes Zeichen der Hilfsbereitschaft und der Solidarität.“ Beide Politiker waren vor Ort, als am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 17.40 Uhr das Haus einer vierköpfigen Familie ein Raub der Flammen wurde (der Kreis-Anzeiger berichtete).
Es sei erstaunlich, wie selbst an einem solchen Tag Menschen wie „auf einen Pfiff hin“ zusammenkommen, um anderen Menschen zu helfen, betonte Pfeiffer-Pantring. Über 80 Feuerwehrleute aus der Großgemeinde hätten an diesem Abend ihre Familie allein gelassen und seien ausgerückt, um die Flammen zu löschen. Auch wenn das Haus nicht mehr gerettet werden konnte, hätten die Feuerwehrkräfte hervorragende Arbeit geleistet, erklärte die Bürgermeisterin. |
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Das mache deutlich, dass die Feuerwehren in der Region nicht nur gut organisiert, sondern vor allem eine unverzichtbare gemeinnützige Einrichtung seien, erläuterte die Rathauschefin auch mit Blick auf den Wohnhausbrand vor zwei Wochen in Effolderbach. Auch das Zusammenspiel mit den überörtlichen Kräften funktioniere hervorragend. Als Beispiel nannte Pfeiffer-Pantring die Büdinger Feuerwehr mit der Drehleiter, die bei beiden Bränden im Einsatz war.
Ein noch besser funktionierendes System der „Solidargemeinschaft Freiwillige Feuerwehr“ sei der Atemschutzverbund im Wetteraukreis. Dieses erst vor wenigen Monaten eingeführte System der Versorgung der Freiwilligen Feuerwehren im Kreisgebiet mit Atemschutzgeräten sei hervorragend.
Doch Pfeiffer-Pantring und Heck lobten nicht nur die Einsatzkräfte der Feuerwehren. Denn zahlreiche Bürger hätten ihre Interessen hinten angestellt und den Betroffenen und Einsatzkräften spontan geholfen. Noch während die Flammen in dem dreigeschossigen Wohnhaus in Lißberg gewütet hätten, hätten sich Helfer, allen voran Ortsvorsteherin Heike Vonhof und deren Familie, um die vom Feuer betroffene Familie gekümmert. Außerdem hätten sie die Versorgung der Einsatzkräfte mit heißen Getränken organisiert.
Pfeiffer-Pantring unterstrich in diesem Zusammenhang, dass sie die Ortsvorsteherin stellvertretend für alle nenne, die an diesem Abend und in den Tagen danach die obdachlos gewordene Familie unterstützten. Wie die Bürgermeisterin erklärte, habe man dem Ehepaar und den beiden Kindern sowie den vier Hunden inzwischen adäquate Unterkünfte anbieten können. Auch die Versorgung mit dem Notwendigsten an Bekleidung und Verpflegung sei gewährleistet. Für Pfeiffer-Pantring und den Ersten Stadtrat ein Beleg dafür, dass die Unterstützung im „Stillen“ danach funktioniere.
Ortenbergs Stadtbrandinspektor Lars Henrich war beim Anblick des brennenden Hauses überrascht davon, wie schnell sich die Flammen in dem mehrgeschossigen Gebäude ausbreiteten. Daher warnte er am Montag erneut davor, Kerzen unbeaufsichtigt brennen zu lassen. Erleichtert war er darüber, dass sich die erste Einsatzmeldung - „Brand eines Wohnhauses, Menschenleben in Gefahr“ - zumindest hinsichtlich des zweiten Teils nicht bewahrheitete. Auch wenn die Familie ihr Heim sowie ihr Hab und Gut verloren habe, sei sie nicht verletzt worden. „Den materiellen Schaden kann man ersetzen, die Gesundheit ist ein unersetzliches Gut“, sagte Henrich.
Am Montag untersuchten Brandursachenermittler der Kripo das Haus. Die bisherigen ersten Untersuchungen bestätigten den Verdacht, dass eine Kerze den Brand ausgelöst hat. Die Ermittlungen dauern an. |
